2011
30.01

Meniskusriss, Meniskusschaden

Meniskusriss , Meniskusruptur

 

Eine der häufigsten Ursachen für Kniebeschwerden ist ein Riss des Meniskus. Die richtige Behandlung des Meniskusrisses ist eine wichtige Voraussetzung, um den Gelenkschmerz zu beseitigen und eine dauerhafte Gelenkschädigung wie zum Beispiel die Arthrose zu Vermeiden.

Funktion des Meniskus  

In jedem Kniegelenk befinden sich 2 Menisken. Es handelt sich dabei um eine etwa halbmondförmige elastische Knorpelstruktur, die sich zwischen Ober- und Unterschenkelanteil des Kniegelenkes befindet. Wir unterscheiden den Innenmeniskus und den Außenmeniskus. Der Meniskus hat eine wichtige Funktion zum Abgleichen der Gelenkflächen von Oberschenkel und Unterschenkel zueinander. Dabei stabilisiert der Meniskus jeweils die Gelenkführung bei Beugung und Streckung und dient gleichzeitig als Pufferung zwischen Ober- und Unterschenkelgelenkfläche.

Während der Innenmeniskus am inneren Kapsel- und Bandapparat stark fixiert ist, hat der Außenmeniskus etwas mehr Beweglichkeit bei den Bewegungen. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb Verletzungen des Innenmeniskus wesentlich häufiger sind als Außenmeniskusrisse.

Entstehung eines Meniskusrisses

Der Verschleiß eines Meniskus ist eine natürliche biologische Erscheinung. Deshalb sind auch die meisten Meniskusrisse verschleißbedingt und werden nicht durch Sport- oder Arbeitsunfälle hervorgerufen. Oftmals vollzieht sich so ein Meniskusriss schleichend und macht erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden. Einfache Beugungen des Knies oder leichte Verdrehungen sind in den meisten Fällen nicht Ursache für einen Meniskusriss.

In seltenen Fällen kommt es vorwiegend bei jungen Menschen durch eine Drehbewegung bei gebeugtem Kniegelenk zu einem sogenannten unfallbedingten Meniskusriss. Im Vergleich zur Vielzahl aller Meniskusschädigungen ist jedoch die Anzahl der unfallbedingten Meniskusrisse äußerst gering. In seltenen Fällen ist eine Meniskusschädigung auch Folge einer beruflichen Belastung und kann zur Anerkennung einer Berufserkrankung führen. Solch eine Schädigung war zum Beispiel bei Bergleuten häufig, die Arbeiten in Dauerzwangshaltung ausgeübt haben.

Symptome eines Meniskusrisses

Da in überwiegenden Fällen der Innenmeniskus betroffen ist, verspürt der Betroffene auch einen stechenden Schmerz auf der Innenseite des Kniegelenkes. Meist zeigen sich dann Schwellungen des Kniegelenkes und Flüssigkeitsansammlungen, so genannte Ergussbildungen, im Kniegelenk. Solch ein Erguss entsteht durch die gestörte Mechanik und die Reaktion der Gelenkschleimhaut, mehr Flüssigkeit zu bilden. Verschiedene klinische Tests geben einen sicheren Anhalt für sie Schädigung eines Meniskus.

Neben der klinischen Untersuchung wird in Zweifelsfällen die Diagnose des Meniskusrisses durch ein MRT  gesichert. Bei dieser Untersuchung ist es gleichzeitig möglich, eventuell begleitende Knorpelschäden und Knochenschwellungen, die häufig mit der Meniskusschädigung vergesellschaftet sind, festzustellen.

 

Therapie des Meniskusrisses

Aufgrund des verschleißbedingten geschädigten Gewebes am Knorpel des Meniskus ist in den meisten Fällen eine erhaltende Operation leider nicht möglich. Neben der Entfernung des geschädigten Meniskusgewebes, der sogenannten Meniskusteilresektion oder Meniskusglättung kommen insbesondere für junge Menschen und Sportler die Meniskusnaht und in bestimmten Fällen der künstliche Ersatz des Meniskus oder auch eine Meniskustransplantation in Betracht.

Meniskusteilresektion/ Meniskusglättung

Bei der Meniskusglättung oder Meniskusteilresektion wird über die arthroskopische Technik (Schlüssellochoperationen) das geschädigte Meniskusgewebe mit feinen Zangen sowie Schleifinstrumenten entfernt und der Rand so geglättet, dass eine problemlose Gelenkfunktion wieder ermöglicht wird. Ziel dieser Operation ist es, nur das geschädigte Meniskusgewebe zu entfernen und soviel wie möglich vom gesunden Meniskus zu erhalten. Damit soll möglichst viel des Puffers erhalten bleiben aber auch ein weiteres Einreißen des Meniskus vermieden werden.

Der Eingriff kann ambulant und in Ausnahmefällen auch stationär durchgeführt werden.

Nach der Operation sollte das operierte Bein etwa 3 bis 5 Tage an Gehstützen entlastet werden. Die Heilphase wird durch Krankengymnastik und Lymphdrainage unterstützt.

Arbeitsfähigkeit besteht für Bürotätigkeiten nach ca. 2 Wochen, bei körperlich belastender Tätigkeit entsprechend etwas länger. Sportfähigkeit besteht je nach Sportart nach ca. 4 bis 8 Wochen. Hierzu führen wir in unserer sportmedizinischen Sprechstunde eine individuelle Beratung durch.

Meniskusnaht

Eine Naht des Meniskus ist von seiner Rissform sowie dem Ort des Risses und dem Alter des Patienten abhängig. Liegt der Riss sehr nah an der Kapsel, so sind die Chancen für eine erfolgreiche Naht und Ausheilung sehr gut. Grund hierfür ist die noch bestehende kapselnahe Durchblutung des Gewebes. Wenn der Meniskusriss jedoch an einer nicht durchbluteten Stelle liegt, ist ein Zusammenwachsen des Meniskusgewebes nicht möglich. Möglichkeiten der Naht sind mit Fadensystemen aber auch mit kleinen speziellen, sich selbst auflösenden Ankern gegeben.

Die Nachbehandlung ist im Vergleich zur Meniskusteilresektion oder Glättung entsprechend länger, da hier der Heilmechanismus geschützt werden muss. Meist ist eine Entlastung an Gehstützen für 3 bis 4 Wochen notwendig. Wir behandeln mit einer speziellen Schiene (Orthese), um nur ein bestimmtes Bewegungsausmaß und damit nur eine bestimmte Steuerung der Scherkräfte zuzulassen. Auch hier kommen Krankengymnastik und Physiotherapie zum Einsatz.

Sportfähigkeit für kniebelastende Sportarten ist frühestens nach 3 Monaten wieder möglich. Auch hierzu bedarf es einer individuellen Beratung.

 

Künstlicher Meniskusersatz

Es ist heute möglich, Kunstgewebe in Form des Meniskus an die Stelle des entfernten Meniskus einzusetzen. Dieses Gewebe dient im Wesentlichen als ein Gerüst, welches es dem Körper ermöglicht, dass meniskusähnliches Ersatzgewebe an diese Stelle wächst. Dieser Prozess dauert einige Monate. Während das neue Knorpelgewebe in das Collagengerüst des eingesetzten Ersatzmeniskus einwächst, lösen sich die Kollagenfasern nach und nach auf. Bei idealer Heilung würde der Körper dann einen belastbaren Meniskusersatz ausgebildet haben, der dann die Funktion des ursprünglichen Meniskus auch übernehmen kann.

Die Nachbehandlung ist aufgrund der langen Heilungsverhältnisse langwierig. Hierbei muss mit einer Entlastung von ca. 12 Wochen mit begleitender Krankengymnastik gerechnet werden.

Die Möglichkeit des Einsatzes dieses Meniskusersatzes ist individuell zu prüfen. Derzeit werden die Kosten von ca. 2000 Euro für das Collagen-Meniskusimplantat (CMI) nicht von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen übernommen.

Bei Fragen setzen sie sich bitte mit uns in unserer sportmedizinischen bzw. operativen Sprechstunde in Verbindung.