2010
19.09

Freude am Laufen

Marathon – die pure Freude am Laufen…

Die Laufsaison ist in vollem Gang. Immer mehr Hobbyläufer  nehmen sich  vor, einmal einen richtig großen Lauf mitzumachen. Auf Fragen, wie  man sich auf einen Marathon vorbereitet und was man beachten sollte, hat  uns  Dr. Rädel geantwortet.

UZ:  Wie war Dein Start in die Laufsaison?

Dieses Jahr war im Mai mein erster  Marathon. Die Vorbereitung begann  für mich schon im Januar, da lag noch Schnee. Ein ganz neues Erlebnis in unseren Breiten.

UZ: Du läufst regelmäßig?

Ja, das ist auch notwendig. Ich laufe jeden Frühling und im Herbst einen Marathon auf meinen   Speed – Inlineskates. Der Körper muss sich an diese Belastung anpassen können. Außerdem macht es großen Spaß.

UZ: Wie sieht die Vorbereitung aus?

Ich laufe 2 – 3x pro Woche ca. 1 Stunde. Die Arbeit in der Praxis lässt nicht mehr zu, aber da bin ich ja auch ständig auf den Beinen. Das rechne ich mit dazu. Zusätzlich fahre ich gern Rad, mache  Kniebeuge und benutze nie den Fahrstuhl .

UZ: Und das ist nicht zu stressig?

Ganz im Gegenteil. Es macht den Kopf frei und ich fühle mich nach dem Laufen immer besser als davor. Manchmal meldet sich zwar der sog. innere Schweinehund. Der muss dann zur Strafe gleich mitlaufen…

UZ: Kann das Laufen auch schaden?

Von der Sache  kann jeder laufen. Es ist aber zu empfehlen, sich von seinem Arzt beraten zu lassen, besonders wenn gesundheitliche Probleme schon bekannt sind. Er wird dann entscheiden, ob Untersuchungen erforderlich sind und ob Einschränkungen bestehen. Als Orthopäde und Sportmediziner kümmere ich mich um die Gelenke, Sehnen  und Muskeln. Aber auch auf die Ernährung ist zu achten.

UZ: Wie wichtig ist die Ernährung für das Laufen?

Ein Ausdauersportler braucht neben den Kohlehydraten auch Vitamine und Mineralstoffe. Nicht zu vergessen sind aber die Fette, besonders die ungesättigten Fettsäuren. Ich bevorzuge natürliche Produkte. Reis und Kartoffeln als  Kohlenhydratquelle, Obst und Gemüse roh oder gedünstet für Vitamine und Mineralien. Leinöl enthält viele ungesättigte Fettsäuren und Eiweiß kommt aus Fleisch und Fisch.

UZ: Braucht man beim Marathonlauf unbedingt Energie – Riegel?

Der Körper kommt etwa 90 Minuten sicher ohne zu essen aus. Danach sollte man Energie zuführen. Ich nehme nur einen kleinen Sportriegel ohne Ballaststoffe, das  reicht. Trinken ist wichtiger.

UZ:  Zu den möglichen Problemen. Welche meinst Du?

Oft ist es die unangemessene Belastung für Muskeln und Gelenke. Die Sportler steigern meist zu schnell und setzen sich zu ehrgeizige Ziele in zu kurzer Zeit. Das klappt nicht! Muskel – und Gelenkschmerzen sind als Signale des Körpers zu verstehen. Man muss sie beachten.

UZ: Wozu rätst Du?

Den Trainingsplan zu besprechen und neu zu schreiben. Man sollte prinzipiell einen haben.

UZ: Du läufst Inlineskates. Ist das nicht riskant?

Nein. Man muss die Technik gründlich erlernen und ich trage stets komplette Protektoren und einen Helm.  Sicher, man ist damit sehr schnell unterwegs, aber das gibt einen extra Kick zum Glücksgefühl bei einem Marathon noch dazu.

UZ: Laufen macht also glücklich?

Bei mir ist das so und das sollte auch das Ziel bei jeder sportlichen Betätigung sein. Dieses Wohlgefühl kennen die Läufer. Es ist eine Mischung aus Freude über das Vollbrachte, sich überwunden zu haben, den Körper zu spüren und in einer Gemeinschaft zu sein.

UZ:  Vielen Dank und eine gute Saison.