2010
2.12

Rotatorenmanschette

 Rotatorenmanschette

 Struktur und Funktion:

 Die Rotatorenmanschette ist eine breite Sehnenplatte am Schultergelenk, die aus 4 Einzelsehnen besteht und zu einer flächigen kappenartigen Struktur zusammengeformt  ist. Sie umschließt damit den Oberarmkopf an der Vorderseite, im oberen Anteil sowie an der hinteren Seite. Sie ist ca. 8 – 10 mm dick.

Dieser Sehnenmantel wird von knöchernen Strukturen eingegrenzt. Nach unten hin umschließt sie den Oberarmkopf und nach oben begrenzt das Schulterdach. Durch die knöcherne Begrenzung entsteht ein tunnelähnlicher Raum,  in dem sich die Sehne gleitend bewegen kann. Veränderungen dieser knöchernen Strukturen haben deshalb auch Einflüsse auf die Struktur und Funktion der Rotatorenmanschette.

Die Rotatorenmanschette ermöglicht es, dass der Arm zur Seite und nach vorne bewegt werden kann. Sie hält dabei den Oberarmkopf in einer stabilen Position zum Schultergelenk.

Riss der Rotatorenmanschette:

 Die Ursachen für einen Riss der Rotatorenmanschette sind unterschiedlich. Wir unterscheiden den Riss durch eine abrupte extreme Belastung wie bei einem Sturz  von jenen Rissen, die durch Enge im Knochenkanal und Verschleiß entstehen. Während die erste Form eher der unfallbedingten Ursache zu zuordnen ist, spricht man bei der Schädigung durch einen zu eng gewordenen Gleitraum z. B. durch Knochenkanten oder altersbedingte Veränderungen der Sehne von einem nicht unfallbedingten oder auch verschleißbedingten Riss.

 Symptome:

Die ersten Symptome nach Verletzungen sind meist starke Schmerzen im betroffenen Schultergelenk. Oft kann der Arm nicht mehr oder nur unter starken Schmerzen und nur unvollständig zur Seite und nach vorne angehoben werden.

Im Falle eines verschleißbedingten Risses verspürt der Betroffene oft nächtliche Schmerzen, er kann meist nicht mehr auf der betroffenen Seite liegen. Zunehmend  kommt es dann zu Bewegungseinschränkung des Schultergelenkes und zum Kraftverlust beim Anheben des Armes. Meistens  wird diese Schädigung dann erst sehr spät bemerkt, da der Arm im Gegensatz zu unseren Beinen geschont werden kann.

Diagnostik:

Die Untersuchung beginnt mit einer Bewegungsprüfung  und speziellen Funktionstests. Zusätzlich werden Röntgenaufnahmen des Schultergelenkes gefertigt und eine Ultraschall – Untersuchung durchgeführt. Spezialuntersuchungen wie eine Kernspintomographie ( MRT ) können zusätzlich erfolgen und klären den Befund.

Therapie:

Es handelt sich bei der Rotatorenmanschette um eine wichtige funktionelle Sehnenkappe für die Bewegung des Oberarmes. Nur bei intakter Rotatorenmanschette können wir das große Bewegungsausmaß unseres Schultergelenkes vollständig nutzen. Wiederherstellung der Funktion und Beseitigung von Schmerzen sind die Ziele der Therapie.

Eine Behandlung ohne Operation ist zwar in bestimmten Fällen möglich, zur Ausheilung kommen aber nur sehr kleine Risse, welche nicht unter Zugspannung stehen. Meist ist die operative Behandlung die Methode der Wahl.

Bei diesem Verfahren werden die Sehnenenden wieder an den Ort ihres Abrisses geführt und durch spezielle Nähte und Befestigungssysteme (Anker) am Knochen fixiert. Die Nachbehandlung muss dann entsprechend des Befundes geplant werden und besteht in einer anfänglichen stärkeren Schonung des Armes mit parallel beginnender krankengymnastischer Behandlung,  die dann entsprechend des Heilungsfortschrittes gesteigert wird.

Arbeitsunfähigkeit und Belastbarkeit:

In aller Regel ist mit einer Arbeitsunfähigkeit bei Bürotätigkeiten von ca. 6 Wochen zu rechnen. Körperlich aktive Arbeit bedarf jedoch einer Schonung bis zur 10. Woche. Sportliche Belastung kann insbesondere für armbelastende Sportarten  erst nach 4 Monaten wieder aufgenommen werden. Eine individuelle Beratung führen wir in unserer sportmedizinischen Sprechstunde durch.